Wost und Est

Was wirklich zählt: Die ultimativen Highlights der abendländischen Kultur, Folge 14


Polizei lässt Muslime gen Westen beten. Ein Polizeirevier in Den Haag hat muslimische Häftlinge in die falsche Richtung beten lassen. An Zellwänden angebrachte Kompassmarkierungen zur Orientierung hätten nicht zum östlich gelegenen Mekka gedeutet, sondern in die entgegengesetzte Richtung, berichtete De Telegraaf. Warum die Pfeile falsch herum hingen, ist unklar. In Den Haag sollen künftig sämtliche Zellen der Stadt mit Pfeilen ausgerüstet werden. (Süddeutsche Zeitung, 14./15. 4. 2007)

Lechts und rings kann man schon mal velwechsern, aber Wost und Est? Nun wissen wir glücklicherweise seit dem Ende des Mittelalters, daß die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel ist, daß also die Gebete nicht über den Scheibenrand hinaus im Universum verpuffen, sondern um den Erdball herum durchaus an ihr Ziel gelangen. Dies allerdings, wie wir zugeben müssen, mit gewisser zeitlicher Verzögerung, weshalb man doch bitte in den Zellen auch Uhren anbringen möge, die diesen längeren Gebetsweg mit berücksichtigen.
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* © Günther Emig