Selig die Friedfertigen

Was wirklich zählt: Die ultimativen Highlights der abendländischen Kultur, Folge 20


Er hat es getan und gezeigt, was in ihm steckt. Eine Fliege hat ihn gestört, und er hat sie vor laufender Kamera totgeschlagen. Einer, der lächelnd zeigt, daß er durchaus einer Fliege etwas zuleide tun kann. Nein, nicht irgendwer, der amerikanische Präsident Barack Obama war’s. Und das ist mindestens so medienwirksam wie die Anschaffung eines Hundes als Beweis dafür, wie Wahlversprechen eingehalten werden.

Wir halten hier für die Nachwelt das fest, was die verschiedenen Zeitungen unter den verschiedensten Überschriften (Kölnische Rundschau: "Präsident killt Stubenfliege", Welt online: "Schlagfertig: Obama tötet Störenfried vor laufender Kamera" etc.) aus einer dpa-Meldung gemacht haben:

"US-Präsident Barack Obama hat einen Störenfried im Weißen Haus zur Strecke gebracht: Er erschlug eine Stubenfliege, die ein Interview des US-Fernsehsenders CNBC zu behindern drohte. Nachdem Obamas Versuch, die Fliege mit seinen Händen und dem Ruf 'Get out of here!' ('Raus hier!') zu verscheuchen, gescheitert war, wartete der Präsident, bis sich das Tier auf dem Rücken seiner linken Hand niederließ, und brachte es mit einem gezielten Schlag zur Strecke. Obama kommentierte: 'Das war ziemlich beeindruckend, oder? Ich hab das Mistvieh gekriegt!'" – Ja, wir sind in der Tat mächtig beeindruckt.

Ergänzend fanden wir andernorts noch diesen Satz: "Nach Angaben des Fernsehteams ließ es sich der Präsident nicht nehmen, die tote Fliege später eigenhändig zu beseitigen - unter Zuhilfenahme einer Serviette und mit dem Kommentar, er räume stets selbst auf."

Auch das: sehr witzig, der Herr Präsident. Mögen sich die Mullahs im Iran und der starke Mann in Nordkorea gelegentlich bei Youtube anschauen, mit wem sie es tun haben.


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* © Günther Emig