Nun also auch unser Ex-Bundesarbeitsminister: Einem dpa-Bericht von Mitte März 2008 zufolge hat SPD-Politiker Walter Riester "eingeräumt", "vor gut vierzig Jahren" - das muß dann wohl etwa in der ersten Hälfte der 1960er Jahre gewesen sein - als Fliesenleger schwarz gearbeitet zu haben, während er gut drei Jahrzehnte später, zwischen 1998 und 2002, die Schwarzarbeit als "schlimmste Geißel der Bauwirtschaft" erkannt hat: von der abstrakten Erkenntnis vor einem Jahrzehnt jetzt also die öffentliche Beichte.
Ob solch späten Wahrheitsdranges sind wir immer wieder fasziniert und erwarten weitere Bekenntnisse, etwa solcherart: Ex-Verkehrsminister "räumt" ein, daß er es den notorischen Oberlehrern und Linksfahrern auf der Autobahn vor gut fünfundzwanzig Jahren gezeigt und konsequent rechts überholt hat. Oder: Ex-Justizminister "räumt ein", daß er vor dreißig Jahren in einem Supermarkt "ausgeräumt" hat, und zwar ohne zu bezahlen. Oder hessische Fast-Ministerpräsidentin "räumt ein", daß sie nie vor hatte, ihr Wahlversprechen zu halten.
Was uns unsere Politiker wieder sympathisch macht, sind wir doch schließlich alle kleine Sünderlein.
Eine Frage bleibt indessen, nämlich ob der Herr Ex-Arbeitsminister die hinterzogenen Steuern inzwischen nachbezahlt hat oder ob das unter die Verjährung fällt.