Laß deine Sichel rauschen,
Wohl rauschen durch das Korn;
Hör auf, hör auf zu weinen,
Hast du dein Lieb verlorn -
Laß rauschen!
Die roten und die blauen Blumen,
Sie rauschen aufs breite Feld;
Und Lust und Liebe rauschen
Wohl in die weite Welt -
Laß rauschen!
Die Brünnlein und Bächlein
rauschen,
Bis in das tiefe Meer;
Die Wolken und Winde rauschen,
Wer weiß wohin und woher -
Laß rauschen!
Laß deine Sichel rauschen,
Laß rauschen, du armes Kind!
Denn was da blitzt und blühet,
Verrauschet so im Wind -
Laß rauschen!
Ludwig Pfau, Gedichte. 4., durchges. u. verm. Aufl. Stuttgart 1889. S. 126
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