Ach! Gold und Perlen möcht' ich gleich
Um Haupt und Hals dir, Süße, legen;
Doch Dichter, weißt du, sind nicht reich,
Das tut mir wehe deinetwegen.
So nimm denn, den ich selber schmied',
Den Schmuck, von Steinen nicht noch Erzen;
Der schönste, deucht mir, ist ein Lied,
Das kommt aus einem treuen Herzen.
Drin leuchten Perlen feierlich,
Und Steine helle Strahlen zücken -
Was könnte, Liebchen, schöner dich
Als deines Dichters Lieder schmücken?
Wohl manche Brust, so stolz beschwert,
Möcht' ihrer golden Pracht entsagen,
Wär’ sie wie du, lieb Herze, wert,
Solch edlen Dichterschmuck zu tragen.
Ludwig Pfau, Gedichte. 4., durchges. u. verm. Aufl. Stuttgart 1889. S. 29
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