Günter Hein, Transleithanien

Günther Emigs Literatur-Betrieb

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Wer so alles herhalten muß als literarischer Großvater, Patenonkel oder Neffe: Vorneweg Arno Schmidt der Verblichene mit Joyce im Schlepp, Georg Kreisler & Boris Vian (als Stiefväter), einige kaltschnäuzige amerikanische Krimiautoren sowie schlußendlich Friedrich Theodor Vischer (wegen der Logik) & Karl Valentin ("diese zwanghaft tödlichen Schüsse")!

Günter Hein hat ein seltenes Kunststück fertiggebracht: Als Autor, der vorher noch keine Zeile publiziert hat, bringt er seine Kurzgeschichten (von "Novellen" spricht Herr [Joachim] Kaiser) bei einem superfeinen Kleinverlag (Jahresumsatz: 3 Mille) heraus - von Emigs Literaturfabrik ist die Rede -, Papst Joachim I. rezensiert ausführlich ("Lauter Opfer und Mörder", Süddeutsche Zeitung vom 19./20. 1. 1980), woraufhin 15 % der Auflage weggehen wie nix, und ein Jahr nach seinem kleinverlegten Erstling kommt sein zweites Buch bei Ullstein (Stammtisch zum Stern. Rogner's Edition, Buch 13.). Erwartungsgemäß reagiert die Scene verschreckt & trotz Rezension wird keine einziges Exemplar über Ulcus Molle verhökert Denn Hein ist nicht Bukowski. Seine gebündelten Ausfälle (ex cathedra), seine manieristische Bildlichkeit der Stories (Informationsdienst Weicher Schanker), seine Assoziationen, die in immenser Belesenheit begründet sind und die man nicht kapieren muß, um die Story mitzukriegen, sorgen nicht nur für eine stärkere Durchblutung des Hirns, sondern auch der Oberschenkel (weil man sich beim Lesen dauernd draufhaut).


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* © Günther Emig